Von 1777 bis 1894

Unterschrift Ludewig Sartorius

Im April des Jahres 1777 ging der damals 32-jährige Bremer Kaufmann Ludewig Sartorius nach Oldenburg, um im Auftrag seines Prinzipals die Vermögensverhältnisse des plötzlich verstorbenen Handelspartners Gottfried Muhle zu überprüfen und notfalls für eine Absicherung der geschuldeten Beträge zu sorgen.

Doch er blieb auch nachdem seine Arbeit getan war – mit einem guten Grund. Er hatte sich in die junge Witwe Muhle verliebt. Auch hatte Ludewig Sartorius während der Abwicklung alter Geschäftsvorfälle – ungewollt – die Führung des laufenden Geschäfts übernommen.
Im November 1777 wurde die Hochzeit gefeiert, aus dem Bremer wurde durch Verleihung des Bürgerrechts ein Oldenburger und am Geschäftshaus in der Langen Straße wurde das neue Firmenschild angebracht:

Sartorius 1777

LUDEWIG SARTORIUS
COMMISSIONS UND SPEDITIONSGESCHÄFT

Der Handel mit Waren aller Art war erfolgreich. Dem geschäftlichen folgte der gesellschaftliche Erfolg. 1786 wurde Ludewig Sartorius in den Rat der Stadt Oldenburg gewählt und in den nur sechs Bürger umfassenden Kreis der Aelterleute aufgenommen.

Sein Sohn Johann Jacob wurde 20 Jahre später ebenfalls Ratsherr und im Jahre 1809 ein Mitglied der Aeltermänner. Er unterstützte seinen Vater nach seiner kaufmännischen Ausbildung in der Firma und führte sie nach dem Tod des Vaters im Jahre 1825 weiter.

Im Zuge der beginnenden Industrialisierung bekam der Eisenhandel eine immer stärkere Bedeutung. Auch die Firma Lud. Sartorius & Comp. widmete sich immer mehr der Lagerhaltung von Metall, Stabstahl, Eisenblechen und den in Massen erzeugten Eisenwaren wie Sensen, Nägel oder Werkzeugen.

Im Jahre 1894 verkaufte Carl Sartorius, Urenkel von Ludewig, die Firma an Heinrich und Carl Hanßmann, die beide bei Sartorius gearbeitet hatten.

Von 1894 bis heute – und morgen.

Lagerumbau 1906
Umbau des großen Lagerregals für Eisenprofile 1906.
Links Heinrich Hanßmann, 3. v. rechts Carl Hanßmann, 2. v. rechts Gretchen Haake.

Auch Heinrich und Carl Hanßmann führten das Unternehmen erfolgreich weiter – trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeiten von Inflation nach dem 1. Weltkrieg und Weltwirtschaftskrise nach 1929.
Im Laufe der dreißger Jahre wurde sanitäres Installationsmaterial in das Sortiment aufgenommen.

Kurz vor dem Tode Carl Hanßmanns 1942 wurde die Firma an den Neffen Georg Hanßmann und die seit 1906 angestellte Gretchen Haake (die erste Frau bei Sartorius) verpachtet.
Nach dem 2. Weltkrieg wuchs die Firma Lud. Sartorius & Comp. – beflügelt durch das "Wirtschaftswunder" – weiter. Der Kauf eines Grundstücks an der Ems- und der Weserstraße bestimmte den Standort für die nächsten Jahre.
Die Geschäfts- und Lagerräume in der Langen Straße wurden zum jetzigen Herbartgang umgebaut.

Seit 1983 gehört der Fachgroßhandel Sartorius der mittelständischen FAMO-Gruppe an.

1991 wurden die jetzigen Gebäude in Tweelbäke bezogen.

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